Mehr Teams, mehr Spiele und ein späterer Saisonstart

Sven Gösch hatte viel zu erzählen, als er in der Geschäftsstelle zusammen mit Neuverpflichtung Niklas Zoschke vor der Kamera Platz nahm. Der Geschäftsführer der Crocodiles Hamburg war erst am Samstag aus Leipzig zurückgekehrt, wo die Liga Tags zuvor über die Austragung der kommenden Saison beraten hatte. Für Spieler und Fans hatte Gösch zwar nicht nur gute Nachrichten im Gepäck, aber die Planungen, wie mit der Krise umgegangen werden könnte, nehmen weiter Formen an. „Die Zusammenarbeit der Clubs verläuft sehr konstruktiv und organisiert. Und wir freuen uns sehr, dass wir drei neue Vereine in der Liga begrüßen dürfen“, sagte Gösch und stellte gleich zu Beginn eines klar: Wir wollen nicht Regionalliga spielen!“
Die Infos im Überblick:
Der Modus der Oberliga Nord 2020/21
Neben den verbliebenen zehn Teams der vergangenen Saison (Duisburg und Essen melden für die Regionalliga West) werden die Diez-Limburg Rockets, die Hammer Eisbären und die Herforder IceDragons in der Oberliga Nord antreten. Der DEB signalisierte bereits eine positive Bewertung der 13 Bewerber. Die Clubs haben um eine Verlegung des Saisonstarts auf Mitte/Ende Oktober gebeten. Auch hierfür zeigte sich der DEB offen. Da die Oberliga Nord erneut mit einer Doppelrunde ausgetragen werden soll, wird es in der kommenden Spielzeit 52 Spieltage geben, für jedes Team 48 Spiele. „Wir haben jetzt vom DEB die Aufgabe bekommen, einen Spielplan zu erstellen, der 52 Spieltage bis Mitte März enthält. Es wird also auch unter der Woche gespielt. Diese Spiele sollen dann möglichst regional eingeteilt werden“, so Sven Gösch.
Spielbetrieb in Zeiten von Corona
„Es wird keine Geisterspiele geben.“ Da sind sich alle Clubs der Oberliga Nord einig. „Aber auch die Erfüllung von Abstandsregeln wären kaum umsetzbar. Bei den aktuellen Regeln könnten wir nur 300 bis 350 Zuschauer in die Halle lassen und müssten dann noch dafür sorgen, dass sie bei einem Tor nur auf Distanz jubeln“, sagt Gösch. „Sicherlich müssen wir Hygienemaßnahmen treffen, wo auch die Masken eine große Rolle spielen werden, Desinfektionsstationen einrichten usw. Aber am Ende wird die Politik entscheiden, wie viele Zuschauer dabei sein dürfen.“
Dass die Bundesländer jeweils einzeln über Maßnahmen entscheiden, stellt ein weiteres Problem dar. Gerade weil Hamburgs Maßnahmen strenger sind. Die Heimspiele will der Geschäftsführer allerdings nicht nach Niedersachsen oder Schleswig-Holstein verlegen. „Ich möchte die Spiele gegen Herne in unserem Wohnzimmer gewinnen“, sagt Gösch mit einem Augenzwinkern in Richtung Jürgen Schubert, Geschäftsführer des Herner EV.
In der neuen Saison soll es zudem eine Plattform geben, auf der die Liveticker und -Streams gesammelt werden. „Der DEB möchte die Liga im Bezug auf die Live-Übertragung einheitlich vermarkten. Konkrete Pläne legt uns der DEB dann nach Abschluss der Gespräche vor.“
Inwiefern Testspiele möglich sind, konnte Sven Gösch noch nicht genau sagen. „Wir müssen sparen, wo wir können, und werden daher auch die Vorbereitung von sechs auf vier Wochen kürzen.“
Kaderplanung
Die Crocodiles planen den Kader ohne Förderlizenzspieler eines Kooperationspartners. Auch auf Kontingentspieler will Gösch nach aktuellem Stand verzichten. Die Spieler, die derzeit unter Vertrag stehen, gaben ihr Einverständnis für eine Kürzung des Gehaltes in der kommenden Saison um 15 Prozent. Mit wie vielen Spielern die Crocodiles in die Spielzeit starten, konnte der sportliche Leiter noch nicht sagen. „So viele, wie es das Budget eben erlaubt. Bei 20+2 höre ich auf.“
Spieler des DNL3-Teams sollen in das Training der Oberliga-Mannschaft eingebunden werden.
Finanzen
Von den aktiven Partnern gibt es durchweg positive Signale bezüglich einer Fortsetzung des Sponsorings. „Wir müssen allerdings auch abwarten, ob auch alle die Unterstützung fortführen können. Das wird sich in der nächsten Zeit zeigen“, sagt Gösch.
Auch wenn die Versteigerungen der Trikots, der Verzicht auf Rückerstattung der Playoff-Tickets und der Masken-Verkauf Geld in die Kassen gespült haben, werden die Crocodiles ein Minus mit in die neue Saison nehmen.
Nichtsdestotrotz soll das DNL3-Team, so gut es geht, finanziell unterstützt werden.
Dauerkarten
Rund 500 Dauerkarten wurden bereits bestellt, die Rechnungen wurden bislang aber noch nicht verschickt. „Zunächst wollten wir wissen, wie viele Mannschaften in der Oberliga Nord antreten und welcher Modus gespielt wird. Jetzt gehen die Infos zu den auf 24 Heimspiele angepassten Preisen in den nächsten Tagen raus.“
Sollte es eine Zuschauerbegrenzung geben, bekommen Dauerkarteninhaber den Vorzug.
Der Abendkassenzuschlag wird in der kommenden Saison auf 2,- Euro angehoben. So sollen lange Schlangen und Personalkosten an der Abendkasse vermieden werden.
Durch die Flut an Infos wäre der Gast des Streams fast zu kurz gekommen. Auf die Frage, was er mit den Crocodiles erreichen möchte, fand „Zoschi“ allerdings die richtigen Worte: „In erster Linie möchten wir spielen. Und dann die Spiele gewinnen und an die Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen. Das Ziel sind die Playoffs, nachdem sie nun zweimal verwehrt blieben. Viele Spieler sind geblieben, es spricht also nichts dagegen, wieder eine erfolgreiche Saison zu spielen.“
Im Laufe des Stammtisches kam die Frage auf, ob sich Fans gegen Gebühr auf den Warm-up-Jerseys verewigen können. „Da muss mal jemand den Anfang machen und eine Summe nennen, dann können wir darüber reden“, antwortete Gösch. Gleich 16 Fans meldeten für jeweils 50 Euro ihr Interesse an. Weitere Interessenten können sich per Mail (sven.goesch@crocodiles-hamburg.de) an den Geschäftsführer wenden.